Frühreife schwarzbraune, würfelförmige Paprikasorte für den Anbau im Gewächshaus.
Die Früchte sind groß, fleischig und süß, mit einem Gewicht von bis zu 300 g. Die Anzahl der Kammern beträgt 3–4, manchmal zwei. Zunächst stehen die Früchte aufrecht, später hängen sie herab.
Das Verhältnis von Fruchtlänge zu -breite beträgt 9,2:9,0. In technischer Reife sind die Früchte dunkelgrün, in biologischer Reife schwarzbraun, mit sehr angenehmem Geschmack.
Sehr ertragreiche Sorte.
* Süßpaprika gehört zu den gefragtesten Gemüsekulturen.
Wie erzielt man den maximalen Ertrag in einem ungeheizten Foliengewächshaus?
ANZUCHT DER SETZLINGE.
Beim Anbau von Süßpaprika in ungeheizten Foliengewächshäusern werden die Samen Mitte März für Setzlinge ausgesät, die Pflanzen werden Ende Mai ins Gewächshaus gepflanzt.
Aussaat.
Die Aussaat wird in Kunststoffschalen oder „Nährwürfeln“ empfohlen. Dadurch bleibt der Erdballen beim Umpflanzen unversehrt, die Pflanzen erleiden keinen Stress und Saatgut wird eingespart.
Die Samen werden 1 cm tief gesät. Die Aussaat wird mit Folie abgedeckt, um das Austrocknen der oberen Bodenschicht zu verhindern. Nach dem Auflaufen der ersten Keimlinge wird die Folie entfernt.
Optimale Bedingungen.
Für ein gleichmäßiges Keimen innerhalb von 5–7 Tagen ist eine Temperatur von +25…+30 °C erforderlich. Bei +13…+15 °C erscheinen die Keimlinge erst nach 18–25 Tagen oder später.
In den ersten 3–4 Tagen nach dem Auflaufen wird die Temperatur auf +18 °C gesenkt, anschließend auf +25 °C gehalten.
Die Bodenfeuchtigkeit während der gesamten Anzuchtzeit sollte 75–80 % der Feldkapazität betragen.
Umpflanzen.
In Kunststoffschalen (3×3×3 oder 4×4×4 cm) wachsen die Setzlinge 15–20 Tage bis zum ersten echten Blatt, danach werden sie in größere Töpfe (10×10×10 cm) umgesetzt. Nach dem Schließen der Blätter erfolgt das Vereinzeln auf 20–25 Pflanzen/m².
Anzucht mit Pikieren.
Beim Pikieren erfolgt die Reihensaat mit 3–4 cm Reihenabstand. Nach 20–25 Tagen, im Stadium von 1–2 echten Blättern, werden die Pflanzen in 8×10 oder 10×10 cm Töpfe pikiert.
Düngung.
Paprikapflanzen reagieren gut auf Düngung. Die Setzlinge werden 2–3 Mal im Abstand von 10–12 Tagen gedüngt. Die erste Düngung erfolgt im Stadium von zwei echten Blättern (beim Pikieren frühestens 10–15 Tage danach). Die Konzentration der Nährlösung darf 0,5 % nicht überschreiten.
Abhärtung.
Zur besseren Anpassung werden die Setzlinge 2–3 Wochen vor dem Auspflanzen abgehärtet, indem die Bewässerung reduziert und die Temperatur auf +20…+22 °C tagsüber und +16…+18 °C nachts gesenkt wird.
PFLANZUNG IM GEWÄCHSHAUS.
Die Setzlinge werden im Alter von 50–60 Tagen gepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt sind sie 30–35 cm hoch, haben 15–18 Blätter und geöffnete Blüten. Vor dem Pflanzen werden sie reichlich gegossen.
Empfohlene Pflanzschemata: (80+40)×30–35 cm, (80+60)×30–35 cm oder (100+60)×30–35 cm. Die Pflanzen sollten gleichmäßig verteilt sein: 3–4 pro m².
PFLANZENPFLEGE.
Temperaturregime.
Vor der Fruchtbildung wird an sonnigen Tagen eine Temperatur von +24…+28 °C gehalten. Bei Temperaturen über +30…+35 °C werden die Pflanzen gehemmt, die Trockenmassebildung nimmt ab und Knospen fallen ab. Gleiches gilt bei Temperaturen unter +15 °C.
An bewölkten Tagen wird die Temperatur tagsüber auf +20…+22 °C und nachts auf +17…+19 °C gesenkt.
Während der Fruchtbildung: +24…+30 °C an sonnigen Tagen, +20…+22 °C an bewölkten Tagen und +18…+20 °C nachts.
Die optimale Bodentemperatur beträgt +20 °C. Bei höheren Temperaturen wächst das Blattwerk stark, während sich das Wurzelsystem und der Fruchtansatz verzögern.
Boden- und Luftfeuchtigkeit.
Eine gute Wasserversorgung erhöht die Hitzetoleranz, den Ertrag und die Fruchtqualität. Paprika hat ein schwaches Wurzelsystem, das empfindlich auf Salzkonzentrationen reagiert, daher sollte häufig, aber mäßig gegossen werden. Am besten morgens direkt an die Wurzel.
Die optimale Bodenfeuchte beträgt vor der Fruchtbildung 75 % und während der Fruchtbildung 80 % der Feldkapazität. Unregelmäßiges Gießen kann Fruchtrisse verursachen.
Die relative Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus sollte 65–77 % nicht überschreiten, da sonst der Pollen unfruchtbar wird und Blüten sowie Fruchtansätze abfallen.
Düngung.
Die Pflanzen werden alle zwei Wochen gedüngt. Die erste Düngung erfolgt 15 Tage nach dem Anwachsen. Besonders wirksam sind organische Düngemittel: verdünnte Gülle (1:10) mit Zusatz von Superphosphat (20–30 g pro 10 l). Verbrauch: bis zu 5 l/m².
Pflanzenformierung.
Mit dem Wachstum werden die Pflanzen geformt. Zunächst entwickelt sich der Haupttrieb, nach 10–12 Blättern erscheinen 2–4 Seitentriebe erster Ordnung. Zwei kräftigste Triebe bleiben als „Skelett“, die übrigen werden ausgekniffen. Die Haupttriebe werden an ein Spalier gebunden.
An jeder Verzweigung bleibt der stärkste Trieb erhalten, der schwächere wird über dem ersten Blatt gekappt. Die erste (Kronen-)Blüte muss entfernt werden, da sie das Wachstum hemmen und den Ertrag senken kann.
Während der Blüte empfiehlt es sich, die Pflanzen täglich leicht zu schütteln oder Hummeln zur Bestäubung einzusetzen.
ERNTE.
Die Ernte erfolgt je nach Reife 1–2 Mal pro Woche. Die Früchte werden sowohl in technischer (grüner) als auch in biologischer (farbiger) Reife geerntet.
Süßpaprika ist äußerst vitaminreich. Mit einem Vitamin-C-Gehalt von bis zu 400 mg% übertrifft er die meisten Gemüse- und Obstarten, mit Ausnahme von Schwarzer Johannisbeere und Hagebutte.
* Paprika sind wärme-, wasser- und lichtliebende Pflanzen.
* Aufgrund des flachen Wurzelsystems sollte die Bodenlockerung nur oberflächlich (3–5 cm) erfolgen.
* Frischer Mist sollte vor dem Pflanzen nicht ausgebracht werden, da dies zu übermäßigem Blattwachstum führt.
* Junge Pflanzen vertragen keine Temperaturen von +2…+3 °C, während fruchttragende Pflanzen Fröste bis −5 °C überstehen.

